Fragen und Diskussionen zum Thema Onleihe-App 6.0 und neues DRM in der App.

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Einen aktuellen Zwischenstand gibt es HIER

30.04.2018, 10:25 | Aktueller Stand Entwicklung der Onleihe-App Version 6.0 und neues DRM in der App
Mehr dazu HIER.

  • Sozialchauvinismus

    Tolles Wort, vielen Dank dafür! :thumbup:


    Angesichts der aktuellen Entwicklung in Deutschland bezüglich Mindestlohn samt Aufstocker, Minimalrenten und Hartz4 wird der Kundenkreis derer, die dann an den digitalen Angeboten der Onleihe nicht mehr partizipieren können, wenn neue Geräte erforderlich werden, immer größer.

    Aber eigentlich sind die Angebote der Bibliotheken, auch die digitalen, an alle gerichtet und in meinen Augen ganz besonders an die, die sich Bücher, Zeitschriften und Hörbücher einfach nicht kaufen können, da das verfügbare Einkommen für überlebensnotwendige Dinge wie Nahrungsmittel, Kleidung und Energie/Heizung benötigt wird. Ich kenne Fälle, da wird am Ende des Monats überlegt, ob Essen oder eine neues Leuchtmittel (Glühbirnen für 99 ct gibt es ja nicht mehr) für die Küche angeschafft wird. Beides geht nicht wg. Ebbe im Geldbeutel. Es gibt Geldbörsen, die sind gegen Ende des Monats leer! Leute fahren schwarz in den S- und U-Bahnen, nicht weil sie den Nervenkitzel lieben, sondern weil einfach kein Geld mehr da ist. Da ist der Ausfall und die Anschaffung eines Elektrogerätes eine existenzbedrohende Katastrophe! Dann locker flockig neue Hardware für Handy oder Tablet zwecks Onleihe-Nutzung anzuschaffen ist, na klar, null Problemo *Fingerschnipp* :rolleyes:


    Neben den bereits erwähnten Umweltaspekten halte ich mein Plädoyer für die möglichst lange Nutzungsdauer der vorzuhaltenden Hardware aufrecht! :)


    Trotz und gerade wegen Ach Gottchen! X(

    Besser ein Buch als ein Brett vor dem Kopf! 8)

  • Trotz und gerade wegen Ach Gottchen! X(

    Bleibt Dir unbenommen. Hier WILL ja auch niemand ohne Not alte Geräte aussperren...

    Falls Du das so interpretiert hast.


    Nur irgendwann - und der Zeitpunkt ist aufgrund des sinkenden Useranteils abzusehen - ist es dann halt vorbei.

    Siehe z.B. analoges TV.

  • ... Hier WILL ja auch niemand ohne Not alte Geräte aussperren...

    Es konnte aber schon dieser Eindruck entstehen, während die Divibib ja nach eigener Aussage an den Voraussetzungen nichts ändern will. Eine Zusage, die aber im Grunde mit den alten Apps noch nicht (bzw. schon nicht mehr) erfüllt wird. Derzeit aber erklärbar angesichts der Neuentwicklung.


    Dass eine Änderung nicht geplant ist, lässt aber immer noch die Möglichkeit einer ungeplanten Änderung offen, wenn sich beim Testen herausstellen sollte, dass das Aufwand generiert, den man dann - aus wirtschaftlichen oder Zeitgründen - plötzlich doch nicht mehr betreiben mag. Man bedenke auch die Sicherheit des DRM - ein immer drohendes und ggf. nur mühsam zu entkräftendes Totschlagargument. Da ist "nicht geplant" eigentlich ein bisserl dünn...


    Insofern finde ich die Frage, ob das getestet wurde und wird (und implizit natürlich: mit welchem bisherigen Ergebnis) sowie die nicht-technischen Gedanken dazu wichtig. Die beteiligten Büchereien sind ein soziales Angebot zur Bildung und Teilhabe an der Kultur, sie tragen die Verantwortung dafür mit, dass die Menschen nicht völlig von der Kulturindustrie* und Werbung verblödet werden und tatsächlich die viel beschrieene (neue) Medienkompetenz überhaupt entwickeln können. Ansonsten wären das alles nur hohle Phrasen.


    Daher ist die Onleihe auf den heute nun mal verbreitetsten Endgeräten auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit und Verpflichtung - wie auch der Öffentlich Rechtliche Rundfunk. Während ich dort die Einführung von DVB-T noch argumentierbar fand, finde ich die von T2 sehr fragwürdig, zumal T2 in Deutschland speziell ist, und die Verschwendung von Steuer- und Gebührenmillionen für DAB geradezu kriminell. DAB ist Kulturchauvinismus und Lüge pur. Das wäre mit DVB-T nebenher machbar gewesen, und damit kostenlos für Hörer, halt nur nicht in Fahrzeugen bei Geschwindigkeiten über 120 Km/h.


    Und um den Fokus nochmals darauf zu lenken: Bibs wenden sich mit großem Aufwand an Kinder und Jugendliche, weil da noch mehr zu retten (und zu schützen) ist, als bei (den späteren) Erwachsenen. Also brauchen auch die Endgeräte. Manche bekommen sie ohnehin. Oft sind das aber die abgelegten der Eltern. Beim sinkenden Useranteil hat also die "Art" der User eine Rolle bei dessen Relevanzgewichtung zu spielen.


    Nee, sorry, aber ein Erneuerungszwang a la Elektronikschrottindustrie wäre für die Rechtfertigung der Onleihen ein Fauxpas sondersgleichen und das wird das erste sein, was ich Beta-testen werde.


    __________


    * Es lohnt sich heute noch mehr, die "Dialektik der Aufklärung" zu rezipieren, gerade ohne die Irrtümer und Verklärungen der 68er.

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität scheinbar wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Interessanter Gedanke - ich dachte bisher, dafür brauche man immer einen PC. Zu lange her, dass ich damit zu tun hatte...

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität scheinbar wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Bleibt Dir unbenommen. Hier WILL ja auch niemand ohne Not alte Geräte aussperren...

    Falls Du das so interpretiert hast.

    Ich dachte tatsächlich, du würdest einen Ausstieg aus 4.4 bereits jetzt befürworten. Sorry, ich muss deine teils lautstarken Posts komplett missverstanden haben.


    Die ollen analogen Geräte funktiomieren über Kabel übrigens noch in vielen Regionen und ansonsten kann man sie problemlos mittels eines externen Receivers weiter nutzen - oder man macht sie zum Zweit-TV, der mittels eines angeschlossenen Blurayplayers sogar smart werden kann.


  • Ich habe mir lediglich die connect-Liste angesehen. Ich finde allenfalls eines der Geräte erwägenswert - um in 3 Jahren hoffentlich noch ein Gerät zu haben, mit dem Hörbuchdownloads Spaß machen. Bei allen übrigen finde ich dein "sicherlich" sehr gewagt und würde eher ein "wahrscheinlich irgendwie" wählen. Die 2 Geräte mit 6,4 GB freiem Speicher halte ich bereits heute für kaum geeignet um Hörbücher als Download zu hören.
     

  • Interessanter Gedanke - ich dachte bisher, dafür brauche man immer einen PC. Zu lange her, dass ich damit zu tun hatte...

    In sehr vielen Haushalten - mit Kindern und Jugendlichen - existiert schon lange kein PC oder Laptop mehr, vor allem in „ärmeren“ Familien. Maximal ein Tablet.

  • Ich habe mir lediglich die connect-Liste angesehen. Ich finde allenfalls eines der Geräte erwägenswert - um in 3 Jahren hoffentlich noch ein Gerät zu haben, mit dem Hörbuchdownloads Spaß machen. Bei allen übrigen finde ich dein "sicherlich" sehr gewagt und würde eher ein "wahrscheinlich irgendwie" wählen. Die 2 Geräte mit 6,4 GB freiem Speicher halte ich bereits heute für kaum geeignet um Hörbücher als Download zu hören.
     

    Hmmm, warum? Werden die Hörbücher in 3 Jahren umfangreicher sein, als heute? Offenbar hören ja hier Leute mit einem Android 4.4 Smartphone. Das hat sicher auch nicht mehr als diese 6,4GB freien Speicher. Eher weniger.

    Und auf den meisten Geräten ist entfernbare Bloatware - dann hat's auch wieder mehr Speicher. :)

  • Hallo zusammen,


    hoffe, es liest jemand mit, der mir meine folgenden Fragen so gut es derzeit geht beantworten kann oder diese als Anregung an die Entwickler weiterreichen kann.


    Welches DRM soll denn in der Neuen App (Version 6) zum Einsatz kommen? in der Version 5 scheint es ja jenes von Adobe zu sein.

    Wird es weiterhin möglich sein, eine andere App zum lesen der Bücher zu verwenden?

    Wird die App eine Sprachausgabe für E-Books beinhalten?


    Für mich sind diese Fragen wichtig. Denn durch die Onleihe in der Form, wie ich sie derzeit nutzen kann, haben sich mir viel mehr Medien erschlossen, vor allem Bücher. Ich verwende derzeit eine andere App, welche in der Lage ist, den Text mit Hilfe der in Android eingebauten Sprachausgabe vorzulesen. Wäre diese Möglichkeit nicht mehr verfügbar, würde ich dies sehr bedauern und es würde es mir unmöglich machen E-Books zu lesen. Auch Bücher zum anfassen sind auf Grund meiner Sinnesbeeinträchtigung leider keine Alternative. Wie ich in den letzten Jahren lernen durfte, gibt es längst nicht alle Bücher als Hörbuch.


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag

  • Welches DRM soll denn in der Neuen App (Version 6) zum Einsatz kommen? in der Version 5 scheint es ja jenes von Adobe zu sein.

    Wird es weiterhin möglich sein, eine andere App zum lesen der Bücher zu verwenden?

    Schau mal hier, da gibt es alle bisher bekannten Infos zum neuen DRM:


    Wie läuft die Umstellung?

    Das Adobe-DRM wird in der Onleihe schrittweise verabschiedet. Um einen fließenden Übergang zu gewährleisten, bietet es die Onleihe zunächst ein Jahr lang parallel zur neuen Lösung an.

    Zuerst wird es in die Lesefunktion der Onleihe-Apps integriert, eine offene Beta-Test-Phase ist für Mai 2018 vorgesehen. Beim ersten Öffnen der geänderten App wird eine Infobox eingeblendet werden. Wenn Sie in der Onleihe-App einen mit CARE geschützten Titel öffnen, wird dieser automatisch in einem neu gestalteten internen Reader geöffnet.


    Beim Öffnen der Medien mit einer externen Lesesoftware wie BlueFire, Aldiko oder PocketBook verwendet die Onleihe während einer zunächst einjährigen Übergangszeit das DRM von Adobe weiter. Zahlreiche weitere Hersteller arbeiten nach Information der divibib bereits daran, das neue DRM-System in ihre Apps zu integrieren. Bei der DRM-Umstellung wird die divibib die tatsächliche Nutzung der unterschiedlichen Apps berücksichtigen.

  • Hmmm, warum? Werden die Hörbücher in 3 Jahren umfangreicher sein, als heute? Offenbar hören ja hier Leute mit einem Android 4.4 Smartphone. Das hat sicher auch nicht mehr als diese 6,4GB freien Speicher. Eher weniger.

    Und auf den meisten Geräten ist entfernbare Bloatware - dann hat's auch wieder mehr Speicher. :)


    Die Hörbücher müssen gar nicht noch größer werden. Bereits aktuell könnte man es mit 3,7GB zu tun bekommen.


    Ich gebe zu bedenken, dass man auch bei der connect die 6,4 GB freien Speicher als "wenig" klar auf der contra-Liste hat. Wozu würden die wohl raten, wenn ein Nutzer mit dem neuen Gerät onleihe-Hörbücher laden möchte? Ich gebe dir recht, wahrscheinlich ist da Bloatware im Spiel. Diese identifizieren und anschließend erfolgreich entfernen, kann und macht allerdings nicht jeder.


    Und zu deinem Vergleich mit den Nutzern unter Android 4.4: Ich behaupte, die Nutzer mit Android 4.4 halten an ihren Geräten fest, weil sie sich entweder kein neues Gerät leisten können oder - aus Gründen der Nachhaltigkeit - noch keines leisten wollen. Wenn dabei noch Hörbuchliebhaber mit lediglich 8GB internem Speicher sind, dann haben diejenigen wahrscheinlich wirklich kein Geld für ein neues Gerät.


    Ergänzung:

    Vielleicht kommt die SD-Kartenspeicherung wirklich noch in diesem Jahr, vielleicht aber doch erst nächstes Jahr und wer weiß schon, ob die dann bei jedem Gerät und mit jeder Karte funktionieren wird? Ich möchte die Möglichkeit haben, zumindest 2 oder 3 eAudios parallel geladen zu haben (Abwechslung, Jason-Fehler, Urlaub, ...). Natürlich kann man sich mit 16GB internem Speicher arrangieren, aber man muss sich dann eben auch arrangieren. Deshalb würde ich - für hoffentlich länger andauernden Hörbuchspaß - aktuell ein 32GB Gerät empfehlen - und von etwaigen Exoten dabei lieber die Finger lassen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von nika () aus folgendem Grund: Ergänzung angefügt Tippfehler beseitigt

  • Dennoch werden Menschen ausgegrenzt, die nicht 150 - 200 € für ein Handy haben, und somit nicht auf die Onleihe zugreifen können.

    Angesichts der aktuellen Entwicklung in Deutschland bezüglich Mindestlohn samt Aufstocker, Minimalrenten und Hartz4 wird der Kundenkreis derer, die dann an den digitalen Angeboten der Onleihe nicht mehr partizipieren können, wenn neue Geräte erforderlich werden, immer größer.

    Ganz ohne technische Geräte ist eine Nutzung der Onleihe halt tatsächlich nicht möglich - das steht wohl außer Frage. Da muss nun jeder selber entscheiden was er braucht und was er finanzieren kann. Durch die technischen Anforderungen die dass DRM mit sich bringt ist es halt ein bisschen komplizierter als es vielleicht für andere Apps ist (deren Abos oft eben auch mehr kosten...). Ich denke wir sind uns alle einig, dass es so lange wie möglich abwärtskompatibel sein sollte, wenn allerdings eine alte Android-Version ein dringend benötigtes Feature nicht mehr unterstützt oder gar nicht vorhanden ist, dann kann leider niemand zaubern. Dies war beim offline-Hören von Hörbüchern nun mal der Fall und damit sind alle Versionen kleiner 4.4 schon mal weggefallen - eine vollumfängliche Nutzung wäre nicht möglich gewesen.


    Die günstigen Geräte die aktuell noch mit 4.4 oder so verkauft werden oder im Besitz sind gehören häufig auch nicht zu denen die den großen dicken Speicher mit sich bringen... war ja bei den älteren Modellen eher sehr niedrig angesetzt...

  • Bedeutet das, dass Streaming möglich wäre (rein theoretisch) bei Versionen kleiner 4.4?

    Ich habe dunkel in Erinnerung, dass es mit der alten App damals ging. Da diese aber ja seit der Neukonzeption nicht mehr existiert weil da Elemente enthalten sind, die von den alten Versionen nicht unterstützt werden. So hab ich es im Kopf - aber das ist kein gesichertes Wissen sondern Erinnerung.

  • Bedeutet das, dass Streaming möglich wäre (rein theoretisch) bei Versionen kleiner 4.4?

    Die alte App verwendete ein anderes Streaming, das definitiv nicht mehr funktioniert. Überraschenderweise konnte die alte Version der App dennoch von diversen Nutzern, zumindest für eBooks, weiter genutzt werden. Ich weiß nicht ob das noch immer geht. Es spricht natürlich nichts dagegen das Browserstreaming einfach zu testen.

  • Wäre diese Möglichkeit nicht mehr verfügbar, würde ich dies sehr bedauern und es würde es mir unmöglich machen E-Books zu lesen. Auch Bücher zum anfassen sind auf Grund meiner Sinnesbeeinträchtigung leider keine Alternative. Wie ich in den letzten Jahren lernen durfte, gibt es längst nicht alle Bücher als Hörbuch.

    Die technischen Fragen kann ich nicht beantworten.

    Für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigung gibt es evtl. diese Hörbücherei (das ist der neue Name!) als Alternative.